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Messerattacke

Das Trauma von Kandel – nur ein normaler Prozess?

Eine Skulptur in Form zweier Handflächen mit der Aufschrift „Mia warum?“ und eine Rose liegen vor dem Drogeriemarkt, in dem ein 15-jähriges Mädchen im Dezember 2017 von ihrem Ex-Freund erstochen wurde.FOTO: dpa / Andreas Arnold

Kandel. Nach dem gewaltsamen Tod einer 15-Jährigen in Kandel verkündet das Gericht an diesem Montag das Urteil. Angeklagt ist ein Flüchtling aus Afghanistan. Der Richterspruch wird auch angesichts der aufgewühlten Lage in Chemnitz mit Spannung erwartet.

 Es ist der vorläufige juristische Schlussakt eines Verbrechens, das weit über die pfälzische Kleinstadt Kandel hinausgeht. Kurz nach Weihnachten wird in dem Ort ein 15-jähriges Mädchen mutmaßlich von einem Flüchtling aus Afghanistan erstochen. Gut acht Monate später spricht das Landgericht in Landau an diesem Montag das Urteil. Die Anklage geht von Mord aus. Im Grunde sei es ein Prozess wie jeder andere, sagt Gerichtssprecher Robert Schelp. Doch das stimmt nur zum Teil. Kandel ist zu einem Reizwort im Konflikt um die deutsche Migrationspolitik geworden – wie aktuell auch Chemnitz.

Ähnlich wie in der sächsischen Stadt kommt es in Kandel seit der Tat immer wieder zu Protesten unterschiedlicher politischer Gruppierungen, zuletzt am Samstag. Manchmal gibt es dabei auch Ausschreitungen.

Mit einem Brotmesser sticht der Täter am 27. Dezember 2017 in einem Drogeriemarkt mehrfach zu. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es Abdul D. war – der Ex-Freund von Mia. Der junge Mann sei von Passanten festgehalten worden, berichtet eine Augenzeugin. Das Mädchen stirbt im Krankenhaus.

(dpa/bob)
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