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Nach Haft

Deniz Yücel verklagt Türkei auf 400.000 Euro Entschädigung

Der Journalist Deniz Yücel will nach Angaben von Reporter ohne Grenzen von der Türkei Entschädigung. Foto: Soeren Stache/ArchivFOTO: Soeren Stache

Istanbul/Berlin. Der ein Jahr in der Türkei inhaftierte „Welt“-Reporter Deniz Yücel verklagt die türkische Regierung auf 2,98 Millionen Lira Entschädigung (etwa 400.000 Euro).

Die Summe setze sich zusammen aus Entschädigungen für Verdienstausfälle und Anwaltskosten sowie Schmerzensgeld wegen Freiheitsberaubung, sagte sein Anwalt Veysel Ok der Deutschen Presse-Agentur. Yücel hätte dafür, dass er als Journalist seine Arbeit tat, nicht einmal festgenommen werden dürfen. „Die Regierung und das Gericht müssen einen Preis zahlen für diese Ungerechtigkeit.“

Ok sagte, habe er bereits Klage eingereicht. In der Klageschrift, die der dpa vorliegt, heißt es unter anderem, Yücel sei unter „unmenschlichen Bedingungen“ festgehalten worden. Reporter ohne Grenzen hatte am Mittwoch berichtet, dass Yücel von der Türkei eine Haftentschädigung fordern wolle.

Im Februar war Yücel aus der U-Haft freigelassen worden und durfte ausreisen. Im Gefängnis Silivri bei Istanbul saß er lange und ohne Anklageschrift in Einzelhaft. Gleichzeitig mit seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde Anklage erhoben; das Verfahren geht weiter. Der Vorwurf lautet unter anderem „Propaganda für eine Terrororganisation“. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

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