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Randale in Chemnitz

Dürre Twitter-Zeilen –duckt Seehofer sich weg?

Nur selten ohne (laute) Meinung: Horst Seehofer. FOTO: dpa / Jens Hartmann

Berlin.

Am Tag nach den ersten rechten Ausschreitungen in Chemnitz stand Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) an einem Grenzübergang bei Freilassing, um die Kontrollen der neuen bayerischen Grenzpolizei zu loben. Angesprochen auf die Ereignisse meinte er, er wolle sich nicht äußern, da die Umstände nicht klar seien. Am Tag nach der zweiten Krawallnacht war von Seehofer zunächst wieder nichts zu hören. Dann folgte Dienstagmittag eine kurze Erklärung. Und zwar bei Twitter.

Eigentlich gehört der CSU-Chef nicht zu denjenigen, die keine Meinung haben. Schon gar nicht, wenn es um das Thema Flüchtlinge geht. Doch mit Blick darauf, dass nach einer tödlichen Messerattacke bei einem Stadtfest in Chemnitz Tausende Rechte auf der Straße wüteten, gab sich der Minister ungewohnt zurückhaltend.

Auch in seiner kurzen Twitter-Erklärung: Er bedauere den Todesfall in Chemnitz „zutiefst“, so Seehofer. „Die Betroffenheit der Bevölkerung hierüber ist verständlich.“ Er wolle aber auch ganz deutlich sagen, „dass dies unter keinen Umständen den Aufruf zu Gewalt oder gewalttätigen Ausschreitungen rechtfertigt“. Sollte Sachsens Polizei Unterstützung benötigen, stehe die Bundespolizei bereit. Außerdem verwies Seehofer noch darauf, dass Regierungssprecher Steffen Seibert zu den Vorfällen in Chemnitz Stellung genommen habe. Der hatte am Montag von „Hetzjagd“ gesprochen und hinzugefügt: „Das nehmen wir nicht hin.“ Wenn Seibert sich äußert, tut er dies in der Regel für die gesamte Bundesregierung und für die Kanzlerin. Als kürzlich bei einer Pegida-Demonstration in Dresden ein ZDF-Team von der Polizei festgesetzt wurde und ein LKA-Mann die Reporter massiv angegangen war, verteidigte Merkel sogar mit einer persönlichen Stellungnahme die Pressefreiheit. Für Seehofer damals Grund genug, sich nicht zu äußern – schließlich habe die Kanzlerin alles gesagt, ließ er wissen.

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