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Aus Berliner Sicht

Alexander Gauland, Aydan Özoguz und ein Pissoir in Köln

Die beiden Parteivorsitzenden der AfD, Alexander Gauland (l.) und Jörg Meuthen. FOTO: Michael Kappeler / dpa

Berlin. Die AfD lässt die Abgrenzung nach Rechtsaußen im Ungefähren und bricht bewusst Tabus.

Man muss mit Aydan Özoguz (SPD) nicht übereinstimmen. Dass, wie die Staatsministerin für Integration im Sommer schrieb, eine spezifische deutsche Kultur jenseits der gemeinsamen Sprache angesichts der Vielfalt der Regionen „schlichtweg nicht zu erkennen“ sei, finde ich falsch. Ich sehe da doch viele Gemeinsamkeiten.

Und auf die meisten darf man auch dann stolz sein, wenn man nicht rechts ist. Zum Beispiel auf die große Akzeptanz für das Grundgesetz. Oder auf die Bereitschaft zur aktiven Aufarbeitung der NS-Zeit. Auch das verbreitete Verlangen nach sozialer Gerechtigkeit wäre zu nennen. Und die sehr selbstverständliche Gleichberechtigung von Frauen und Männern. Es gibt viele solcher Identitäten.

Freilich, mit jener Leitkultur, die AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland meinte, als er bei einer Kundgebung in Thüringen im August über Özoguz sagte: „Ladet sie mal hier ins Eichsfeld ein und sagt ihr dann, was spezifisch deutsche Kultur ist“, hat das alles nichts zu tun. Ich denke, Deutschland ist viel weiter als das Publikum, das lachte, als Gauland so tat, als könne er den Namen der Staatsministerin nicht aussprechen. Ich war damals einer von zwei Journalisten im Saal. Hinter mir grienten welche an dieser Stelle schenkelklopfend: „Ösebus, Bösebus“.

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