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Landtagswahl

Im Labor für neue Bündnisse

Spannende Frage: Wer wird nach der Wahl auf welchem Stuhl Platz nehmen? Sowohl Brandenburg als auch Sachsen werden künftig von Koalitionen regiert, doch welche Parteien den Regierungsbündnissen angehören werden, ist noch lange nicht entschieden. FOTO: dpa / Sebastian Kahnert

Berlin. Brandenburg und Sachsen stehen vor schwierigen Regierungsbildungen. Wer mitregieren will, muss sich flexibel zeigen. Droht das auch dem Bund?

Es ist ein warmer Augustabend, auf den Tischen des gemütlichen Hofgartens einer Gaststätte in Gransee (Oberhavel) drängeln sich Wasser- und Biergläser. Wahlkampfendspurt in Brandenburg. Vorne steht die Landtagskandidatin Annett Polle („Polle Kraft voraus“) und spricht über Busanbindungen, Demokratie und Gülle. Sie hat auf viele Fragen aus dem Publikum eine Antwort, nur bei einer kommt sie ins Schlingern. Mit wem denn ihre Christdemokraten in Potsdam eventuell koalieren werden? Das ist nicht nur für die CDU-Frau schwer zu sagen.

Noch nie wurden derart komplizierte Regierungsbildungen erwartet wie nach den Wahlen an diesem Sonntag. In den Umfragen liegen in beiden ostdeutschen Bundesländern gleich mehrere Parteien Kopf an Kopf. Womöglich reichen nicht einmal mehr Dreierbündnisse zur Mehrheit. Das ist zum einen neu sowohl für Sachsen als auch für Brandenburg, wo CDU beziehungsweise SPD noch vor nicht allzu vielen Jahren absolute Mehrheiten holten. Und es ist zum anderen ein Vorbote neuer Kräfteverhältnisse im Bund.

In der Brandenburg-SPD macht man sich da auch gar nichts vor. „Wir müssen uns von alten Gewissheiten verabschieden“, sagt etwa Klara Geywitz, die nicht nur gemeinsam mit Vizekanzler Olaf Scholz die SPD führen will, sondern auch ihr Landtagsmandat verteidigen muss. Geywitz kann in ihrem Wahlkreis sehen, wie sich die politische Lage im Land verändert hat: Anders als früher kommt ihre größte Konkurrentin nicht mehr von den Linken, sondern von den Grünen.

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