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Eine Sozialdemokratin mit ganz viel Herz

Nah bei den einfachen Menschen

Malu Dreyer kann gut mit Menschen – hier vor Kurzem bei einer Erinnerungsstunde für die Opfer der Ramstein-Katastrophe. Einer von ihnen ist Marc-David Jung. Er war damals, am 28. August 1988, vier Jahre alt und erlitt schwere Verbrennungen. FOTO: dpa / Arne Dedert

Mainz. Mainz’ Ministerpräsidentin Malu Dreyer ist eine Vorzeige-Genossin – von ihr könnte die SPD lernen.

Fritz Naumann ist 85 Jahre alt, er war Binnenschiffer, hat „alles außer Donau“ befahren, ein rüstiger Rentner, der noch heute in sein Auto steigt. „Ein toller Typ“, grinst Malu Dreyer. Einer ganz nach dem Geschmack der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin. Die SPD-Politikerin ist auf ihrer jährlichen Pressereise, das hat Tradition. Raus aus der Mainzer Staatskanzlei, hinein ins Leben.

Diesmal will sie Erfolgsgeschichten aus ihrem Land präsentieren, die auch für den Bund interessant sein könnten. Dazu gehört im verschlafenen Osthofen das Projekt „GemeindeschwesterPlus“. An 13 Standorten gibt es das Konzept inzwischen, die Damen sorgen sich um betagte Menschen wie Naumann, schauen nach dem Rechten, sind immer für ein Gespräch zu haben, wenn die Einsamkeit aufkommt. „Das Thema Pflege war mir immer ein Besonderes“, sagt Dreyer. Das kann man verstehen, denn bevor sie 2013 Regierungschefin in Mainz wurde, war sie Sozialministerin unter Vorgänger Kurt Beck.

Fragt man sie nach der Renteneinigung der Großen Koalition in Berlin, dann sprudelt es nur so aus ihr heraus. „Wir wollen mehr“, betont sie dann. Aber in der schwarz-roten Koalition sei das nicht durchsetzbar. Als Finanzminister Olaf Scholz die Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent bis zum Jahr 2040 forderte, blockte die Union ab. Nicht zuletzt wegen der offenen Gegenfinanzierung. Für Dreyer unverständlich. Sie sei überzeugt, dass die SPD in dieser Frage das Richtige tue. „Denn dieses Thema ist bei den Leuten total vehement.“ Sie habe daher auch die Erwartung, „dass einer der deutlichen Schwerpunkte im Bundeshaushalt die Rente ist“.

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