ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Sall schmeichelt Merkel dann bei ihrem gemeinsamen Auftritt nach dem Gespräch mit den blumigsten Formulierungen. Die Kanzlerin sei bekannt für ihre Führungsrolle in Deutschland, Europa und der Welt und dafür, dass Deutschland als Stabilitätspol weltweit gehört werde.

Nicht ganz klar wird dabei, ob er die Worte eher ironisch meint. Denn etwas später reagiert Sall auf die Frage, ob man in seinem Land auch die aktuellen Vorgänge in Europa beob­achte, etwa im Zusammenhang mit Nationalismus oder Fremdenfeindlichkeit. Natürlich, sagt der Präsident da – die Regierungskrise um Merkel und die Auseinandersetzungen in Europa um ihre Flüchtlingspolitik dürften ihm also nicht entgangen sein.

Salls Bekenntnis zum Vorgehen gegen illegale Migration klingt vielversprechend: Der Kampf gegen die Schleuser sei „eine Frage der Würde Afrikas“. Die dortigen Regierungen dürften sich nicht zu Komplizen von Schleppern und Schleusern machen. Wie viel Wert solche Zusagen haben, muss sich zeigen – in seinem Land dürften viele Familien sehr auf die Rücküberweisungen von Migranten angewiesen sein, die es nach Europa geschafft haben. Und dann sagt Sall noch, Europa solle keine Angst vor Migranten haben. Natürlich müssten „diese großen Wellen“ von Migranten und Flüchtlingen beherrscht werden. Er glaube aber nicht, „dass sich Europa weiter abschotten kann“. Dass er damit lediglich Möglichkeiten für eine legale Migration meint, dürfte Merkel jedenfalls hoffen.

top