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Politik

Mit Zöpfen und harten Bandagen

Die 15-jährige Greta Thunberg hatte genug von der Untätigkeit der Politik. Sie demonstrierte in ihrer Heimatstadt Stockholm und redete auch beim Weltklimagipfel in Kattowitz. FOTO: dpa / Czarek Sokolowski

Kattowitz. Ein Mädchen tritt fürs Klima in den Schulstreik, Saudi-Arabien dagegen blockiert – angestachelt von den USA – wichtige Verhandlungen in Kattowitz. Ob die globale Klimakonferenz da noch zum Erfolg wird, steht in den Sternen.

Einen Star hat der Weltklimagipfel bereits hervorgebracht. Bilder eines 15-jährigen Mädchens mit langen Zöpfen gingen in den vergangenen Tagen um die Welt: „Unzählige Menschen stehen seit 25 Jahren vor den UN-Klimakonferenzen und fordern die Führer unserer Nationen auf, die Emissionen zu stoppen“, klagte Greta Thunberg die Staatengemeinschaft in Kattowitz an. Jeden Freitag geht die Schwedin in Schulstreik und demonstriert mit einem Banner in der Hand vor dem Stockholmer Parlament. „Aber offensichtlich hat das alles nichts gebracht, weil die Emissionen nur weiter steigen.“

Thunberg trifft damit einen Nerv. So war der Jubel zwar groß, als die Welt sich vor drei Jahren in Paris da­rauf einigte, die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad zu begrenzen. Wie das aber genau gelingen soll, ließ man damals offen. In der Zwischenzeit kletterten die Treibhausgas-Emissionen auf einen globalen Höchststand. Geht es so weiter, rückt das Zwei-Grad-Ziel in weite Ferne, mit den bekannten Folgen. In Kattowitz soll das Schlimmste verhindert werden, indem die Staatengemeinschaft verbindlich festlegt, wer wieviel Kohlendioxid einsparen muss.

Am Dienstag begann auf dem Weg dahin die heiße Phase. Minister und Staatssekretäre reisten an, um die Details des Kattowitzer Regelbuchs zu verhandeln. Das „Kleingedruckte“ nannte Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) es in Ihrer Rede, „das allerdings in seiner Bedeutung gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann“. Gerade am Kleingedruckten könnte es letztlich scheitern. Denn beileibe nicht alle angereisten Politiker sind an einer Einigung interessiert.

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