ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Hat Merkel nun gewonnen oder verloren? Klar ist, dass Merkel mit ihren Wunschkandidaten Nummer eins und Nummer zwei, Manfred Weber und Frans Timmermans, scheiterte. Zudem brachte sie mit ihrem zwischenzeitlichen Plan, einen Sozialdemokraten zu unterstützen, die EVP gegen sich auf. Und die nun gefundene Lösung kam dem Vernehmen nach aus Paris, nicht von ihr. Andererseits: Sollte von der Leyen im Amt bestehen, dürfte der Glanz auch auf die Kanzlerin fallen: Die erste Frau an der Kommissionsspitze, die erste Deutsche in dem Topjob seit fast einem halben Jahrhundert.

Werden Deutschland und Frankreich wieder Freunde? Auf den ersten Blick sieht es nach einem deutsch-französischen Erfolg aus: Von der Leyen als Produkt gelungener Kooperation zwischen Emmanuel Macron und Merkel. Auf den zweiten Blick aber wird klar, dass die Trophäe von Scherben umgeben ist. Knallhart hat Macron Merkels Kandidaten Weber torpediert. „Das darf, finde ich, nie wieder passieren“, mahnte die Kanzlerin noch in Brüssel.

Ist das Spitzenkandidaten-Prinzip jetzt tot? Es hat jedenfalls „einen Knacks“, wie Noch-Kommissionschef Jean-Claude Juncker sagte. Womöglich aber erweist sich der Rückschlag als Ansporn für Wiederbelebungsversuche. „Wir werden alles daran setzen, damit die Erfahrungen des Verfahrens jetzt umgewandelt werden in Reformen, die sicherstellen, dass in fünf Jahren der Prozess neu aufgesetzt wird und dann auch zu einem entsprechenden Erfolg geführt wird.“, kündigte beispielsweise CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer an. Vielleicht gibt es dann sogar transnationale Listen – also gleiche Wahllisten für alle EU-Wähler. Diese hatte beispielsweise auch Macron gefordert.

top