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Politik und Verbraucher

Sieht aus wie Fleisch, ist aber keins

Ob Burger oder andere Klassiker – viele Gerichte gibt es inzwischen auch in einer vegangen Variante. FOTO: Sophia Kembowski

Berlin. Die fleischlose Alternative zum Bratklops erobert nach den USA nun auch den deutschen Markt.

Jakob bohrt seine Zähne in das weiche Brötchen, das Salatblatt, Tomaten und einen braunen Klops zusammenhält. „Mmm, schmeckt wie ein richtiger Burger“, brummt er und wischt sich die Soße mit der Hand aus dem Mundwinkel. Was der Fleischliebhaber gerade probiert hat, ist kein gewöhnlicher Burger. Das Fleisch ist kein Fleisch, es ist aus Pflanzen gemacht. Das Besondere: Während die Brutzler früher wie ein künstlicher Pflanzenkloß schmeckten, können Konzerne Geschmack und Aussehen von Fleisch neuerdings nahezu identisch nachahmen. Damit ist ihnen eine Revolution gelungen, die nun auch in Deutschland angekommen ist.

Kunstfleisch ist raus aus der Nische. Das hat mit der Themenkonjunktur zu tun, die um den Klimawandel, Umweltschutz und Nachhaltigkeit kreist. In einer aktuellen Yougov-Umfrage gaben 63 Prozent der befragten Deutschen an, ihren Fleischkonsum zugunsten der Umwelt „deutlich“ einschränken zu wollen.

Konzerne und Supermärkte haben den Trend erkannt und machen mit dem schlechten Gewissen der Menschen ein Milliardengeschäft. Sie propagieren: Verzicht muss keine Qual sein. Die Umwelt retten kann Spaß machen. Damit sind Pflanzenburger, die wie Fleisch schmecken, Ausdruck des Zeitgeistes und derzeitigen politischen Diskurses: Ist die Rettung des Klimas möglich, ohne die Bürger in ihrer individuellen Freiheit einzuschränken?

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