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Gesundheitsministerium ignoriert Probleme

Datenlecks in Tausenden Arztpraxen

Das Praxisnetzwerk, an dem bisher rund die Hälfte aller deutschen Arztpraxen hängt, ist total unsicher. Patientendaten sind nicht geschützt. Obwohl das Bundesminsiterium informiert ist, zwingt Gesundheitsminister Spahn noch nicht angeschlossene Praxen dazu, das System einzuführen.FOTO: LR / Andrei_R

Berlin. IT-Experten haben das Netzwerk von Arztpraxen, das hochsensible Gesundheitsdaten schützen soll, auf die Probe gestellt: Ergebnis: absolut unsicher. Das Gesundheitsministerium um Jens Spahn stellt sich taub.

Jens Ernst und sein Sohn Thomas sprechen von einer tickenden Zeitbombe. Sie betreuen mit ihrem Unternehmen Happycomputer mit Sitz in Schwerte mehrere Arztpraxen, vor allem in Nordrhein-Westfalen. Seit April warnen sie Mediziner vor gravierenden Datenschutz-Mängeln ihrer Praxisnetzwerke.

Der Grund: Fehler beim Anschluss an die Telematik-Infrastruktur (TI), das Datennetz fast aller Akteure im Gesundheitswesen. 177 000 Arztpraxen, 2000 Kliniken und Reha-Einrichtungen, 19 500 Apotheken und die Krankenkassen sollen darüber Informationen austauschen. Techniker installieren dafür im Auftrag der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (Gematik) einen Konnektor. Er stellt eine verschlüsselte Internet-Verbindung her, um „den Schutz der sensiblen Informationen langfristig zu gewährleisten“, erklärt die Firma. Zudem hat das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik das Gerät zertifiziert.

Arztpraxen nicht sicher

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