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Politik

Trump setzt wieder auf Manöver mit Seoul

Noch im Juni dieses Jahres übten südkoreanische und US-amerikanische Soldaten gemeinsam beim Manöver „Ulchi-Freedom Guardian“ im Nordwesten des Landes. FOTO: picture alliance/dpa

Washington. Droht eine Verhärtung der Fronten? Der US-Präsident ändert die aus seiner Sicht erfolgreiche Nordkorea-Strategie.

James Mattis hat, wenn man so will, eine kurze Tauwetterphase für beendet erklärt. Zumindest für unterbrochen. In trockenster Prosa, wie es seine Art ist, verkündete der amerikanische Verteidigungsminister, dass die US-Streitkräfte ihre im Juni suspendierten Militärmanöver mit Südkorea wieder aufnehmen könnten. Die Pause sei Ausdruck guten Willens gegenüber Nordkorea gewesen, man habe allerdings nicht die Absicht, weitere Übungen auszusetzen. Um welche Größenordnung es sich dabei handelt, zeigt ein Blick in die jüngste Vergangenheit: An den Manövern „Foal Eagle“ und „Key Resolve“, abgehalten im April, nahmen in diesem Jahr neben rund 300 000 südkoreanischen circa 23 000 amerikanische Soldaten teil.

Damit ist vorerst eine Geste vom Tisch, mit der Trump seinen vermeintlichen Coup von Singapur feiern wollte. Dort lobte er den Diktator Kim Jong Un in Tönen, die an den begeisterten Moderator einer Talente-Show denken ließen. Im Überschwang der Gipfelpremiere sprach er zur Überraschung seiner Generäle von „sehr provokanten“ Kriegsspielen, deren Stopp er nunmehr verfüge. Der Schritt sollte atmosphärisch begleiten, was Trump für einen historischen Durchbruch hielt, mit ihm selbst in der Rolle des nobelpreiswürdigen Friedensstifters. Die von Nordkorea ausgehende nukleare Gefahr sei gebannt, jubelte er. Der Rest, gab er zu verstehen, sei bloß noch eine Frage des Kleingedruckten.

Der Euphorie folgt der Kater, denn mittlerweile müssen auch Trumps Außenpolitiker eingestehen, was damals jeder halbwegs skeptische Beobachter sah: Kim hat sich konkret zu gar nichts verpflichtet. Er erneuerte vage Absichten, ohne sie durch einen Abrüstungszeitplan zu untermauern. Belohnt wurde der junge Machthaber mit Vertrauensvorschüssen, die zumindest verfrüht waren angesichts der Versprechen, die die Kim-Dynastie im Laufe ebenso langwieriger wie erfolgloser Atomverhandlungen bereits gebrochen hat.

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