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Quer durch die Opposition wurde das Europakonzept von Kramp-Karrenbauer kritisiert, auch der Koalitionspartner SPD reagierte enttäuscht. „Echter Fortschritt für ein starkes und gerechteres Europa sieht anders aus“, sagte der Fraktionsvize Achim Post. Außenminister Heiko Maas wünschte sich „etwas mehr Mut bei dieser Debatte“. Der Sprecher der Grünen im Europaparlament, Sven Giegold, kritisierte außerdem die Forderung Kramp-Karrenbauers, die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen nationalen Regierungen und der Entscheidungsfindung auf EU-Ebene als gleichberechtigt anzusehen. Ein Europa der zwei Geschwindigkeiten wäre ein „Traditionsbruch, der Europa auf Dauer schwächen kann“, kritisierte Giegold.

Mit Blick auf die Handlungsfähigkeit der EU plädierte Kramp-Karrenbauer dafür, Europa auf „zwei gleichberechtigte Säulen“ zu stellen: die intergouvernementale Methode – also die Zusammenarbeit auf Ebene der nationalen Regierungen – und die Gemeinschaftsmethode. Das Europaparlament solle künftig nur noch am Brüsseler Standort sitzen. Außerdem müsse das Einkommen der EU-Beamten besteuert werden.

Einigkeit mit Macron demonstrierte Kramp-Karrenbauer in der Flüchtlingspolitik. „Unser Gefühl der Gemeinschaft und der Sicherheit in Europa braucht sichere Außengrenzen“, schrieb sie in ihrem Gastbeitrag in der Welt am Sonntag. Nötig sei eine Vereinbarung über einen „lückenlosen Grenzschutz“. Dort, wo die Außengrenze nicht mit nationalen Mitteln allein geschützt werden könne, müsse die EU-Grenzschutzbehörde Frontex „zügig als operative Grenzpolizei“ aufgebaut und eingesetzt werden, forderte Kramp-Karrenbauer. Hierfür brauche es ein elektronisches Ein- und Ausreiseregister und den Ausbau des Schengen-Informationssystems.

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