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Von „Arsch huh“ zu „#wirsindmehr“

Chemnitz ruft zum Widerstand auf der Bühne

Die Toten Hosen und andere Bands rufen heute nach Chemnitz zum Konzert gegen Rechts udn Rassismus. FOTO: dpa / Sven Hoppe

Chemnitz . Schon seit einer Woche gehen in Chemnitz immer wieder Tausende Menschen auf die Straße – aus Protest gegen die Flüchtlingspolitik der Regierung oder als Zeichen gegen Rassimus und Fremdenfeindlichkeit. Nun wollen prominente Musiker mit einem Konzert ein Signal gegen Rechts senden. Wie viele werden kommen?

Als Anfang der 1990er Jahre Flüchtlingsheime brannten, stellten Kölner Musiker ein Konzert auf die Beine, das quasi über Nacht zur Legende wurde. Hunderttausend Menschen folgten dem Aufruf, ihren Hintern hoch zu kriegen: „Arsch huh, Zäng ussenander“, hieß das Motto auf Kölsch (Arsch hoch, Zähne auseinander). „Wie wär es, wenn du dem Blaumann jetzt sagst, dass du Rassistensprüche gar nicht verträgst?“ dichtete Wolfgang Niedeckens Band BAP damals. Den Song stellte die Gruppe nun wieder auf ihre Internetseite – als Werbung für das Konzert unter dem Motto „#wirsindmehr“, das als Reaktion auf fremdenfeindliche Aktionen am Montag in Chemnitz stattfinden soll.

Knapp 30 000 Menschen haben sich auf Facebook als teilnehmend eingetragen, mehr als 100 000 ihr – teils auch symbolisches – Interesse bekundet. Auf der Bühne stehen politisch wie musikalisch laute Stimmen wie die Punkrockbands Die Toten Hosen und Feine Sahne Fischfilet. Auch die Rapper von K.I.Z und die Chemnitzer Indieband Kraftklub sind dabei.

Eine Gruppe steht bei manchen besonders im Fokus: Die Verfassungsschützer in Mecklenburg-Vorpommern hatten Feine Sahne Fischfilet zwischenzeitlich wegen „linksextremistischer Bestrebungen“ im Blick, woran etwa AfD-Vertreter am Wochenende erinnerten. In sozialen Medien lautete eine Frage, wie Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vor diesem Hintergrund für dieses Event werben könne. Ein Hinweis für das Konzert in Chemnitz wurde Ende vergangener Woche auf der Facebook-Seite des Bundespräsidenten geteilt. Die Band setzt sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus ein. Der CDU-Abgeordnete Philipp Amthor äußert auch Kritik an Steinmeier: „Es gehört nicht zu den Aufgaben eines Bundespräsidenten, für Konzerte zu werben, bei denen auch linke Bands auftreten, die in ihren Texten zu Gewalt gegen Polizisten aufrufen“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

(dpa)
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