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Der Politikwissenschaftler Werner Patzelt schreibt mit am Programm für Sachsens Landtagswahl

Pegida-Versteher und CDU-Stratege

Werner Patzelt lehrt als Politikwissenschaftler an der Technischen Universität Dresden. Dort gilt er inzwischen als Experte für Rechtspopulismus. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er sein Buch „Pegida. Warnsignale aus Dresden“. FOTO: dpa / Arno Burgi

Dresden. Der Dresdner Politikwissenschaftler Werner Patzelt irritiert nicht zum ersten Mal das Land.

Der 65-jährige Politikwissenschaftler von der TU Dresden ist Teil der Kommission, die das Programm für die anstehende Landtagswahl erarbeitet. Als der CDU-Landesverband das am Wochenende bekannt gab, schlugen die erwartbaren Empörungswellen hoch. Sachsens unter Druck geratene Regierungspartei holt sich damit Rat von einem ihrer profiliertesten inneren Kritiker. Als langjähriges CDU-Mitglied forderte Patzelt von seiner Partei immer wieder mehr konservatives Profil. Was also will Sachsens CDU mit dieser Personalie erreichen?

Sie will ihr „konservatives Gewissen“ stärken, denn als solches bezeichnete Ministerpräsident Michael Kretschmer den polarisierenden Politologen. Patzelt macht gern mit strammen Aussagen eine Welle, ist andererseits aber erdverbundener Katholik, Hobbymusiker und Chorleiter sowie Fußballfan. Überdies ist Patzelt ein bekanntes Talkshow-Gesicht. Mit dem Aufkommen von Pegida im Herbst 2014 war der Welterklärer mit den wilden Locken plötzlich überall. Patzelt bot zackige Erklärungen, wer die Leute waren, die montags durch Dresden marschierten – und was sie wollten. Er forderte die Gegner der selbsternannten Abendlandretter auf, „verbal, emotional und symbolisch abzurüsten“ und sich sachlich mit Pegida auseinanderzusetzen. Seitdem klebt dem CDU-Mann Patzelt das Etikett „Pegida-Versteher“ an.

Er selbst sieht sich als „klarsichtigen Analytiker und fairen Kommentator“. Klar ist auch, Patzelt hat viele Fans ebendort, wo 2019 entschieden wird, ob die CDU im Freistaat weiterregieren kann. Das ist der rechte Rand der CDU, der seit Jahren zur AfD hin ausfranst.

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