ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Instrumentenbau

Klangvolle Handarbeit aus Löbau

Sorgt für den richtigen Klang: Intonateur Frank Israel bei der Arbeit mit einer Intoniernadel. FOTO: dpa / Miriam Schönbach

Löbau. Vor 160 Jahren baute August Förster in der Oberlausitz sein erstes Klavier. Handwerkskunst geadelt von Sir Elton John.

Diese eine Taste setzt 100 Bauteile in Bewegung. Sanft schlägt Frank Israel auf die weiße Taste auf dem Flügel und lauscht dem Wohlklang hinterher. Dann greift er nach seiner Intoniernadel. Aus ihrem Kopf schauen drei Spitzen heraus. Noch einmal lässt er den Ton durch die Werkstatt der August-Förster-Manufaktur in Löbau (Kreis Görlitz) fliegen und pikt mit der Nadel in einen mit Filz umspannten Holzkern. „Ich bearbeite den Hammerkopffilz, bis das Klangbild der 88 Töne harmonisch ist“, sagt er. Seit 45 Jahren arbeitet der Intonateur in dem Familienunternehmen. Wieder lässt er 100 Bauteile arbeiten.

Israel ist konzentriert. Sein Instrument trägt die Nummer 165 978 und den Schriftzug „August Förster“. Der Namensgeber hat vor 160 Jahren sein erstes Klavier in Löbau gebaut. „Er hatte sich seine Werkstatt in der ersten Etage eines anderen Hauses eingerichtet. Als das Klavier fertig war, bekam er es jedoch nicht mehr die engen Stiegen hinunter“, weiß Firmensprecher Gabriel Wandt. Der Unternehmensgründer soll sein Klavier dann wieder auseinander – und unten wieder zusammengebaut haben. Das anschließende Konzert legte den Grundstein für Folgeaufträge.

Intonateur Israel bearbeitet den nächsten Hammerkopffilz. In jedem Handgriff steckt Erfahrung aus 160 Jahren Klavierbau. August Förster (1829–1897) hat sich nach seiner Lehre als Tischler auf den Weg in die weite Welt von seinem Geburtsdorf Oberseifersdorf nördlich von Zittau gemacht. Bei seiner Walz landet er beim Löbauer Klavierbauer Hieke und Karl August Eule. Es ist die Hoch-Zeit des Instrumentenbaus. Genau diese Meisterschaft interessiert ihn.

top