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Landtagswahl in Sachsen

Kretschmer – der Kümmerer und Hoffnungsträger

Was geht, was nicht geht – Michael Kretschmer versucht, den Bürgern seine Politik zu erklären. FOTO: dpa / Jan Woitas

Dresden. Erst seit 2017 im Amt, verpasste der 44-Jährige der Sachsen-CDU einen anderen Stil. Bei vielen Bürgern im Land kommt das durchaus an, wie auch die Wahl zeigte.

Erschöpft und erleichtert trat Michael Kretschmer am Wahlsonntag vor seine Partei. „Das freundliche Sachsen hat gewonnen“, stellte er zufrieden fest. Da steckten dem Regierungschef und Spitzenkandidaten endlose Wochen Graswurzel-Wahlkampf in den Knochen. Hunderte Hände hat er geschüttelt, Hunderte Würste gegrillt. Der Vier-Tage-Bart ist sein Markenzeichen geworden, wie auch der übermüdete Blick. So sieht einer aus, der sich einsetzt. Es hat sich gelohnt. Kretschmer kann Ministerpräsident bleiben.

Selbstverständlich war das nicht. Mit einer AfD auf den Fersen, die in den Umfragen zeitweise gleichauf lag, und die sich schon als Wahlsieger sah. „Mit Liebe für Sachsen“ hatte Kretschmer auf seine Plakate schreiben lassen – und die Sachsen lieben ihn zurück. 32,1 Prozent der Wähler machten ihr Kreuz bei der CDU - das ist nicht viel im Vergleich mit früheren Wahlen. Aber es ist Kretschmers Verdienst.

Der 44-Jährige hat der sächsischen Regierungspartei einen neuen Stil gegeben. Seit der verlorenen Bundestagswahl 2017 steckte der Landesverband in einer tiefen Sinnkrise. Kretschmer setzte auf eine neue Identität als Kümmererpartei. Zwei Jahre lang tourte er durchs Land. Er hat Firmen eröffnet, Fördermittel überreicht und Hände geschüttelt. Selbst die krudesten Wortmeldungen hat er sich geduldig angehört. Kretschmer spielte die volle Klaviatur der menschlichen Begegnung, und nicht erst im Wahlkampf.

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