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Reaktion

Kretschmer fordert Einsatz aller Demokraten

Demonstranten aus der rechten Szene gestikulieren in Chemnitz und drohen Gegendemonstranten Gewalt an. Nach einem Streit war in der Innenstadt von Chemnitz ein Mann erstochen worden. Die Tat war Anlass für spontane Demonstrationen, bei denen es zu Gewaltausbrüchen kam. FOTO: dpa / Jan Woitas

Berlin/Chemnitz/Köthen. Einen Mob habe es in Chemnitz nicht gegeben, sagte Ministerpräsident Kretschmer in seiner Regierungserklärung. Und entfachte damit eine große Debatte. Jetzt ruft er zum Zusammenhalt gegen Rechtsextremismus auf.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat nach den fremdenfeindlichen Demonstrationen von Chemnitz und Köthen den Einsatz aller Demokraten gegen Rechtsextremisten gefordert. Nach dem Tod eines 22-jährigen Deutschen im Zusammenhang mit einem Streit zwischen zwei Männergruppen in Köthen in Sachsen-Anhalt sprach Kretschmer am Montag beim Eintreffen zu Sitzungen der CDU-Führungsgremien in Berlin von einem schlimmen Fall. Mit Blick auf die Demonstrationen am Sonntag betonte er aber auch: „Die Köthener haben das mit großem Anstand gemacht.“

Es seien wieder zugereiste Rechtsextreme gewesen, die in der Stadt versucht hätten, die Stimmung zu beeinflussen, sagte Kretschmer. „Wir müssen in dieser Zeit zusammenhalten.“ Rechtsextremisten würden immer wieder versuchen, die Stimmung aufzuheizen. „Deswegen ist es gerade wichtig, dass Demokraten, anständige Menschen auch bei der Wortwahl aufpassen, dass wir nicht das Spiel dieser Menschen mitmachen und leichtfertig die Stimmung anheizen.“ Es gebe in Deutschland einen starken Rechtsstaat mit entschieden handelnder Polizei, Gerichten und Staatsanwaltschaften. „Denen müssen wir vertrauen“, sagte Kretschmer.

Nach dem tödlichen Streit zwischen zwei Männergruppen in Köthen schließen die Ermittler Tritte oder Schläge gegen den Kopf als Todesursache aus. Derartige Verletzungen hätten nicht festgestellt werden können, sagte Sachsen-Anhalts Justizministerin Anne-Marie Keding (CDU) am Montag in Magdeburg. Der 22 Jahre alte Mann sei an akutem Herzversagen gestorben. Eine schwere Vorerkrankung sei bestätigt.

(dpa)
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