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Tag der Sachsen

Kretschmer will sich dem Hass entgegenstellen

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von SachsenFOTO: dpa / Sebastian Kahnert

Torgau. Beim Tag der Sachsen in Torgau findet Sachsens Ministerpräsident endlich deutliche Worte zu Chemnitz. Aber ist der Schaden wieder gutzumachen? Kritiker sagen, Kretschmer habe dem Kampf gegen Rechtsextremismus geschadet.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat die Menschen im Freistaat aufgefordert, sich nicht von den Ausschreitungen und ausländerfeindlichen Übergriffen in Chemnitz einschüchtern zu lassen. „Eine Minderheit in Chemnitz versucht, das Land mit Worten und Hass zu prägen. Dem werden wir uns entgegenstellen“, sagte der CDU-Politiker beim Tag der Sachsen am Samstag in Torgau. Zu dem größten Volksfest in Sachsen wurden etwa 250 000 Menschen erwartet.

Angesichts der Ereignisse in Chemnitz hat der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Kritik an seinem sächsischen Amtskollegen geübt. Kretschmer habe dem Kampf gegen Rechtsextremismus mit seinen Äußerungen „jedenfalls keinen Dienst erwiesen“, sagte Weil den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Ihn habe die Regierungserklärung Kretschmers „schon sehr überrascht und auch befremdet“. Der SPD-Politiker sagte weiter: „Ich glaube nicht, dass er gut beraten gewesen ist.“

Kretschmer hatte vor dem Landtag in Dresden am Mittwoch gesagt: „Es gab keinen Mob, keine Hetzjagd und keine Pogrome.“ Damit hatte er Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) widersprochen. Sie hatte wie ihr Regierungssprecher Steffen Seibert von „Hetzjagden“ gesprochen.

(dpa/epd/bob)
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