ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Bundesregierung prüft Impfpflicht

Masernfälle nehmen in Sachsen zu

Experten sind sich unschlüssig, ob eine Impf-Pflicht rechtlich durchsetzbar wäre. Der wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat schon vor zwei Jahren auf verfassungsrechtliche Probleme hingewiesen. FOTO: dpa / Rouelle Umali

Dresden. Nachdem die Masernerkrankungen bundesweit steigen, prüft die Bundesregierung eine Pflicht zur Impfung. Kritiker zweifeln an der Durchsetzbarkeit.

In Sachsen steigt die Zahl der Masernfälle nach dem Rückgang 2018 seit Jahresbeginn wieder. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Dresden sind bisher mindestens elf Erkrankungen bestätigt – drei mehr als im gesamten Vorjahr. Weitere Verdachtsfälle werden derzeit geprüft, wie ein Sprecher am Montag sagte. Der Anstieg sei im Vergleich zu anderen Ländern noch nicht so dramatisch, tendenziell nähmen die Erkrankungen aber wieder zu. Nicht nur das Ministerium beobachtet die Entwicklung mit Sorge.

Nach dem Höhepunkt 2015 mit 271 Fällen war das Niveau laut der Statistik 2016 auf nur 34 gesunken, für 2017 stehen doppelt so viele zu Buche. Ursachen dieser Entwicklung sind Impflücken und eine teils mangelnde Impfbereitschaft, wie das Ministerium berichtete. Nach wie vor würden viele Kinder im Freistaat zu spät geschützt, und auch bei Erwachsenen gebe es „teils erhebliche Impflücken“.

Während 97 Prozent der Vierjährigen einmal gegen Masern geimpft sind, waren es nur 82 Prozent der Schulanfänger 2018. „Die Quoten zur Schulaufnahmeuntersuchung steigen zwar stetig, sind aber noch zu niedrig“, sagte Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Sie hofft auf positive Impulse durch die aktuelle Debatte um eine Impfpflicht. „Sie trägt auch dazu bei, dass sich mehr Menschen mit ihrem Impfstatus beschäftigen.“

(dpa)
top