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Politologe Vorländer nach Eskalation in Chemnitz

„Zu lange die Jugendbetreuung der NPD überlassen“

Hans Vorländer ist auch Mitglied des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration.FOTO: SFB 804/TU Dresden

Dresden. Mit Entsetzen und Kritik haben Politik, Gesellschaft und Kirchen auf die ausländerfeindlichen Ausschreitungen in Chemnitz reagiert. Wie konnte so etwas passieren? Der Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung an der Technischen Universität Dresden, Hans Vorländer, erläutert Ursachen und Zusammenhänge.

Herr Professor Vorländer, ist in Chemnitz eine neue Eskalationsstufe in Sachen Ausländerfeindlichkeit erreicht?

Vorländer Die Rechtsextremisten, die aus unterschiedlichen Kontexten kommen, in Chemnitz aus dem Umfeld von Fußballvereinen, suchen anscheinend jetzt die Auseinandersetzung auf der Straße. Das ist eine neue Dimension und sicher auch eine neue Stufe der Eskalation: Der Hass auf der Straße mündet in Gewalt. Dass hierbei fremdenfeindliche und rassistische Grundeinstellungen vorherrschen, ist ganz offensichtlich. Was erschrecken lässt, ist die hohe Zahl von in Kürze zu mobilisierenden gewaltbereiten Demonstranten.

Warum können Rechtsradikale plötzlich so eine Sogwirkung entfalten, dass sie quasi innerhalb von Stunden so viele Menschen mobilisieren?

(kna)
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