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Vorländer Weil sie vorher schon da waren und es Strukturen gibt, eingespielte Netzwerke, die gezielt und schnell über die sozialen Medien mobilisiert werden können. Hinzu kommt, dass die Stimmung in Sachsen in der Migrations- und Flüchtlingsfrage besonders aufgeheizt ist. Und weil es durch die tödliche Messerstecherei einen konkreten Anlass gab, der in den sozialen Netzwerken sofort mit fremdenfeindlichen Mutmaßungen über die Täter untersetzt wurde. Das alles zusammen war quasi ein infernalisches Gebräu.

Inwieweit spielt ein sogenannter Opfermythos da eine Rolle?

Vorländer Er spielt immer eine große Rolle, weil er eine der wichtigsten rhetorischen Strategien von Rechtsradikalen und Rechtspopulisten ist. Sie reden den Menschen ein, dass sie Opfer sind, nicht gehört und ihre Belange nicht vertreten werden, und dass sie sich dagegen wehren sollen. Sätze wie „Wir sind das Volk“, „Uns gehört die sächsische Heimat“ oder „Uns gehört die Stadt“ sind solche Widerstandsrhetoriken, die bewusst eingesetzt werden, um gezielt eine bestimmte Stimmung zu schüren.

„Sachsen-Bashing“ ist angesichts der jüngsten Vorfälle in Dresden und Chemnitz wieder weit verbreitet. Wie sehen Sie das?

(kna)
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