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Landwirtschaft

Wölfe bringen Görlitzer Landrat auf die Palme

Die Menschen in der Lausitz leben mit dem Wolf. Der vermehrt sich rasant, und die Konflikte wegen gerissener Weidetiere nehmen zu. FOTO: dpa / Alexander Heinl

Görlitz. Raubtier vermehrt sich rasant und reißt Weidetiere. Zum Verdruss der Bevölkerung gibt es kaum Abhilfe.

Angesichts der wachsenden Zahl von Wölfen in Ostsachsen und damit einhergehender Probleme muss der Bund nach Ansicht des Görlitzer Landrats Bernd Lange dringend handeln. „Jedes politische Nichthandeln nährt Populismus und Radikalismus“, sagte der CDU-Politiker. Die Wolfspopulation im Norden des Landkreises sei mit mehreren Rudeln auf vier Quadratkilometern mittlerweile dichter als von Experten für möglich gehalten. Die Menschen verlören die Geduld angesichts der Ignoranz gegenüber ihrer Situation und der Uneinigkeit in der Bundesregierung, die Bundesartenschutzgesetz und EU-Verordnung blockiere. „Dabei geht es nicht um Totalabschuss, sondern um eine Regulierung.“

Gemessen an der Gesamtfläche Deutschlands sei der Wolfsbestand erträglich, in Ostsachsen aber nicht mehr. „Wir sehen den Wolf in Dörfern und leider auch schon in kleinen Städten, das macht uns Sorge“, sagte Lange. Auch mit Blick auf die Landtagswahl im September appellierte er: „Es muss gehandelt werden.“ Die Menschen, für die Schafzucht und Weidewirtschaft die Existenz sicherten, betrieben zudem Landschaftspflege. Dies sei auch wichtig für die Erholung von Touristen.

„Der Wolf war nie weg aus der Lausitz“, sagte Lange. Auch zu DDR-Zeiten seien Tiere aus Polen eingewandert und lebten auf Truppenübungsplätzen. Nachdem der Wolf geschützt wurde, habe er sich dann vermehrt. Aber die Politik bleibe tatenlos. Lange forderte daher auch den Bund auf, in Sachen Wolf zu reagieren. „Man sollte die Menschen auf dem Land nicht unterschätzen, sie schauen sich das eine Weile an, aber irgendwann ist der Kanal auch voll.“ Und das spiele Populisten in die Hände.

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