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Politik

Viele Flüchtlingshelfer geben auf

Ehrenamtliche Helfer sortieren Spenden für Flüchtlinge in Leipzig. Die Phase, in der sich Tausende Menschen in der Flüchtlingshilfe engagierten, ist vorbei. Viele Initiativen arbeiten weiter, suchen aber Mitstreiter.FOTO: Jan Woitas / picture alliance / Jan Woitas/dp

Dresden. Sachsens Ausländerbeauftragter Mackenroth fordert mehr Wertschätzung für Ehrenamtliche.

Immerhin gibt es „wahrlich genug und Wichtiges zu tun“, sagt der Landtagsabgeordnete Geert Mackenroth (CDU) im Interview mit der RUNDSCHAU. Dennoch ziehen sich viele ehrenamtlich engagierte Bürger aus der Flüchtlingsarbeit zurück. Berichten zufolge geben in einigen Bundesländern bis zu drei Viertel der Ehrenamtlichen auf. In Nordrhein-Westfalen sank die Bereitschaft seit Herbst 2015 von 16 Prozent der Bevölkerung auf elf Prozent. Auch in Sachsen gingen die Signale in diese Richtung, sagt Mackenroth, der seit 2014 Ausländerbeauftragter ist. Demnächst will er eine Umfrage unter den Helfern durchführen.

Anders als auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise im Herbst 2015 geht es längst nicht mehr um Unterbringung, sondern um die soziale Integration der 50 000 Flüchtlinge, die in Sachsen geblieben sind. Wichtig sei, so Mackenroth, die Verfahren zu beschleunigen und Entscheidungen schneller umzusetzen. Von Ankerzentren für Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive, wie sie Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) plant, hält Mackenroth nichts: „Wollen wir wirklich Menschen in Perspektivlosigkeit zusammenbringen? Oder fördern wir, wie ich vermute, damit nicht in besonderem Maße Subkultur und Kriminalität und intensivieren die Probleme.“

Um Probleme zu lösen, sei Ehrenamt als „Rückkopplung in die Gesellschaft“ besonders wichtig. Wie gut Integration klappt, werde zudem davon abhängen, „dass wir den Flüchtlingen verdeutlichen, was wir von ihnen erwarten“.

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