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Finanzbranche in Deutschland

Commerzbank vor dem Dax-Abstieg

Die Commerzbank wird wahrscheinlich aus dem Dax fallen. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main. Junge Finanzfirmen mischen die Branche auf. Verlierer sind die etablierten Banken.

Was ist nur los mit Deutschlands Großbanken? Magere Ergebnisse, vor sich hin dümpelnde Aktienkurse und jetzt womöglich noch der Abstieg der Commerzbank aus der ersten deutschen Börsenliga. Wenn nicht noch ein Wunder passiert, wird der Dax-Dino bei der nächsten regulären Überprüfung des Deutschen Aktienindex an diesem Mittwoch durch den aufstrebenden Zahlungsabwickler Wirecard ersetzt. Zugleich muss die Deutsche Bank um ihren Platz im Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bangen.

Deutschlands führende Banken seien nach der jüngsten Finanzkrise zu lange mit sich selbst beschäftigt gewesen, sagt Klaus Nieding, Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der die Branche seit Jahren im Blick hat. „Die Aufarbeitung der Krise hat viel Zeit, Kraft und Geld gekostet. Beim Thema Digitalisierung haben die Banken zehn Jahre verschlafen.“

Junge Finanzfirmen stießen in die Lücke. Die 1999 gegründete Wirecard AG versteht sich heute als „eines der weltweit führenden Unternehmen für elektronische Zahlungstransaktionen“. Nach einem starken zweiten Quartal 2018 schraubte das Unternehmen aus dem Münchner Vorort Aschheim Mitte August erneut seine Ziele nach oben. Nach jüngsten Zahlen bringt es Wirecard auf einen Börsenwert von 24 Milliarden Euro – und ist damit an der Börse nicht nur mehr wert als die Commerzbank, sondern überflügelt auch die Deutsche Bank.

(dpa)
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