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Interview

„Subventionen für einzelne Firmen halte ich für falsch“

Prof. Reint E. Gropp, Präsident des Liepniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle Foto: dpa FOTO: dpa / Hendrik Schmidt

Halle. Der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) Prof. Reint E. Gropp vertritt in der Volkswirtschaftslehre drastische Positionen. Im RUNDSCHAU-Interview macht der deutlich, dass er die Lausitz trotz Kohleausstiegs wirtschaftlich sich selbst überlassen würde.

Seit Monaten sorgt der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle Prof. Reint E. Gropp mit seinen Thesen zur Strukturförderung in Deutschland für Frust und heftige Reaktionen gerade in Ostdeutschland. Er hält die boomenden Metropolen für zukunftsfähig. Deshalb müsse dort kräftig investiert werden. Regionen wie die Lausitz sind seiner Meinung nach „zu weit weg“. Subventionen für einzelne Unternehmen sind für Gropp eine entscheidende Ursache für die immer noch bestehende Produktivitätslücke zwischen Ost- und Westdeutschland. Die Politik habe den Firmen viel Geld gezahlt, damit sie Arbeitsplätze schafften und hielten. Doch das führe eben auch dazu, dass Betriebe mehr Mitarbeiter beschäftigten, als sie brauchten, hat der Professor aus Halle dem Magazin „Wirtschaftswoche“ gerade gesagt. Und er verteidigt seine Auffassungen auch vehement im RUNDSCHAU-Interview.

Sind die von Ihnen erwähnten wachsenden Probleme in den Metropolen nicht gerade eine Chance für die erweiterten Regionen im Umfeld? Mit einer leistungsfähigen Schiene lägen zwischen Cottbus und Berlin gerade einmal 45 Minuten.

Reint Gropp: Grundsätzlich auf jeden Fall. Wenn ich urbane Räume sage, meine ich eben genau auch das Umland der Städte und nicht nur die Städte selbst. In dem konkreten Fall allerdings wäre ich doch skeptisch, dass das ausreichend nah ist. Zum Pendeln sind nach allgemeiner Meinung ein hoher Takt - das heißt 15 Minuten - und höchstens 30 Minuten Fahrzeit notwendig. Gleichzeitig gibt es noch immer genug kostengünstige Gemeinden mit niedrigen Mieten, die viel näher an Berlin liegen. Ich würde also sagen, das wird nicht funktionieren.

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