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Lausitzer Unternehmergeschichten

Mit der Nähnadel 25 Jahre selbstständig

Mit „Carolas Molli Moden“ hat sich Carola Buder selbstständig gemacht. Sie betreibt ihren Laden jetzt in Cottbus in der Eilenburger Straße 35. FOTO: Michael Helbig

Cottbus. Lausitzer Unternehmer berichten in loser Folge von ihren Erfahrungen in der sich wandelnden Region. Heute: Carola Buder von „Molli Moden“.

Von 1970 bis 1972 lernte ich Damenmaßschneiderin in der Produktionsgenossenschaft des Handwerks (PGH) in Cottbus. In ihr waren mehr als hundert Arbeiter in der Damen-, Herren-, Leder- und Änderungsschneiderei beschäftigt. Nach der Geburt meines Sohnes Daniel blieb ich drei Jahre zu Hause. Anschließend ging ich in den Betrieb zurück. Ich wollte weiterkommen, endlich im Zuschnitt arbeiten. Aber das funktionierte nicht. Alle Kollegen, die neu in den Betrieb kamen, absolvierten einen Zuschneidekurs und machten ihren Meister. Wir aber, die wir hier gelernt hatten, kamen nicht voran. Da rumorte es gehörig.

Trotz allem hielt unsere Truppe fest zusammen. So etwas gibt es heute nicht mehr. Wir feierten gemeinsam Geburtstage, die Arbeit machte Spaß. In all den Jahren erlebten wir etliche Chefs, die sich bemühten, Aufträge heranzuholen. Um sie schnell abzuarbeiten, nähten wir Positionen am Stück. Wir arbeiteten auf Leistung. Wer schnell war, bekam mehr Geld. Hauptsächlich fertigten wir jedoch Kleidung für Kunden auf Maß.

Ein Vierteljahr bevor die Mauer fiel, kündigte ich bei der PGH. Ich wollte zu einem privaten Schneider wechseln. Dass die DDR vor dem Zusammenbruch stand, ahnte ich natürlich nicht.

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