ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Lausitzer Unternehmergeschichten Peter Mühlbach

Als der Westen zu uns kam

Hat am ABB-Standort Cottbus schon einige Veränderungen mitgemacht: Peter Mühlbach – hier steht er im Prüffeld vor einem Steuerschrank, der zur Auslieferung an einen Kunden vorbereitet wird. FOTO: Michael Helbig

Cottbus. Lausitzer Unternehmer berichten in loser Folge von ihren Erfahrungen in der sich wandelnden Region. Heute: , Leiter des ABB-Standortes Cottbus.

Als 1990 die Wende kam, mussten wir uns gewaltig umstellen. Jeder überlegte: „Bleibe ich hier oder gehe ich in den Westen?“ Mein Bruder entschied sich fürs Gehen, ich blieb. Meine Frau und ich erwarteten unser zweites Kind und ich wollte unsere junge Familie nicht mit dem Pendeln belasten. Der Zufall spielte mir in die Karten: Ich musste nicht in den Westen gehen, denn der Westen kam zu mir. Der VEB Automatisierungsanlagen Cottbus, in dem ich in jener Zeit als Gruppenleiter für die Automatisierung von Tagebaugeräten arbeitete, wurde 1991 von ABB übernommen.

Mit der Übernahme begann die Belegschaft in Cottbus kontinuierlich zu schrumpfen. Von einstmals 3000 Mitarbeitern ist heute nur noch ein Bruchteil übrig – doch es genügt nicht, die reinen Zahlen nebeneinanderzustellen, um eine Bilanz zu ziehen. Die Wertschöpfungsketten und die Produktivität haben sich komplett verändert. Daher lassen sich die Systeme schwer miteinander vergleichen.

Für mich, den studierten Diplomingenieur für Gerätetechnik, ging es in einem neuen Geschäftsbereich weiter, der sich mit Elektrotechnik- und Automatisierungssystemen für Wasserver- und -entsorgungsanlagen beschäftigte. Auf diesem Gebiet gab es einen großen Modernisierungsbedarf in Ostdeutschland. Deshalb sah ich Aufstiegschancen. Eine gute Entscheidung: Überall wurden neue Kläranlagen gebaut, schnell übernahm ich Führungsverantwortung.

top