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Lausitzer Unternehmergeschichten Iris Helbeck

Nichts blieb, wie es war

Nach dem Verkauf der von ihr aufgebauten Helbeck-Gruppe an die Hectas Facility Services blieb Iris Helbeck dem Unternehmensverbund bis Ende 2017 als Geschäftsführerin erhalten.FOTO: Promo

Forst. Lausitzer Unternehmer berichten in loser Folge von ihren Erfahrungen in der sich wandelnden Region. Heute: Iris Helbeck, Firmengruppe Helbeck.

Zu DDR-Zeiten war ich im Dienstleistungskombinat Cottbus tätig und arbeitete in Forst (Lausitz) als Produktionsleiter. Das Kombinat vereinte sämtliche Dienstleistungsbetriebe des Bezirks Cottbus. Dazu gehörten viele verschiedene Leistungsarten: Wäscherei, Büromaschinenreparatur, Uhrmacher, Schuhmacher, Schneiderei, Täschnerwaren, Reparaturbetriebe für Nähmaschinen und Elektrogeräte. Alles wurde repariert, sogar Nylonstrümpfe. Beutel nähten wir selbst – Plastiktüten gab es nicht! Das war umweltfreundlich, aber dem Mangel geschuldet. Ich glaube, heute werfen wir vieles zu schnell weg.

Den Betrieb in Forst aufrechtzuerhalten, fiel in den Achtzigerjahren nicht leicht. So konnte ich keine neuen Gebäudereinigungsmaschinen kaufen. Mit der Wende 1990 kamen Firmen aus dem Westen und boten an: „Wir haben die nötige Technik.“ Von uns wusste keiner, wie es weitergehen würde. Es kam die Weisung: Alle Betriebe werden in GmbHs umgewandelt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie die Privatisierung des Dienstleistungskombinats mit seinen vielen Gewerken gelingen würde.

Dennoch wagte ich den Sprung: Im März 1991 gründete ich auf eigene Faust eine Gebäudereinigungsfirma. Mein Mann war im Januar 1990 über das Auffanglager Unna in die BRD gegangen. Bis Mai 1991 arbeitete er in einer Baufirma in Düsseldorf. Das war für uns beide und unsere Kinder eine schwere Zeit. Keiner konnte abschätzen, was die Zukunft bringt. Doch wir lernten, wie das neue System funktionierte. Wir entschieden uns, in Forst zu bleiben und unsere Firma gemeinsam aufzubauen.

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