Verbraucher

Sie sind wohl nicht mehr lange unverzichtbar

Die Geldautomaten haben an Bedeutung verloren, weil einerseits der Online-Handel blüht und andererseits immer mehr Geschäfte das Geldabheben an der Ladenkasse anbieten. FOTO: Marius Becker / dpa

München. Vor 50 Jahren wurde der erste Geldautomat in Deutschland aufgebaut. Inzwischen schrumpft die Zahl der Automaten langsam. Gibt es Ersatz?

Der Geldautomat verliert im deutschen Alltagsleben langsam, aber unaufhaltsam an Bedeutung. Nachdem die Banken über Jahrzehnte mehrere Tausend neue Geräte pro Jahr installierten, schrumpften die Zahlen zuletzt. Nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft – des Dachverbands der deutschen Banken – gab es Ende 2017 noch knapp 58 400 Geldautomaten in Deutschland. Der Höhepunkt wurde mit 61 100 Maschinen im Jahr 2015 überschritten.

Ursachen für den Schrumpungsprozess sind Digitalisierung und Kostendruck. „Wir haben die Daumenregel, dass das Betreiben eines Geldautomaten in etwa zwischen 20 000 und 25 000 Euro (im Jahr) kostet“, sagt Jürgen Gros, Chef des Bayerischen Genossenschaftsverbands, zu dem die Volks- und Raiffeisenbanken gehören. „Das muss auch verdient werden. Dauerhaft ist Zuschießen kein Geschäftsmodell.“

Damit ist der jahrzehntelange Siegeszug einer Maschine beendet, die derzeit noch aus dem Alltag nicht wegzudenken ist. Der erste deutsche Geldautomat ging 1968 in Tübingen in Betrieb, 1994 waren es dann bundesweit 29 400. Bis 2015 verdoppelte sich die Zahl, doch allein von 2016 auf 2017 wurden 1600 Automaten wieder abgebaut.

(dpa)
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