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Angemessen oder Wucher?

Bei zu hohen Abschleppkosten kann Gericht Höhe schätzen

Nicht immer sind die Kosten für das Abschleppen eines PKW gerechtfertigt. Foto: Julian Stratenschulte FOTO: Julian Stratenschulte

München. Falschparker können sich gegen zu hohe Abschleppkosten wehren. Ein Gericht kann dann eine angemessene Höhe der Kosten schätzen. Und zwar etwa dann, wenn es der Ansicht ist, dass es in der betreffenden Stadt keinen ausreichenden Wettbewerb in der Branche gibt.

Das zeigt ein Urteil des Amtsgerichts München (Az.: 472 C 8222/18), über das die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) berichtet.

Eine Autofahrerin hatte ihr Fahrzeug im absoluten Halteverbot geparkt. Als sie zum Auto zurückkam, hatte ein Abschleppdienst bereits begonnen, das Fahrzeug abzutransportieren. Die hinzugezogene Polizei ließ weitermachen. Da die Frau sich weigerte, die geforderten Kosten von 330 Euro bar zu bezahlen, kam das Auto zur Verwahrstelle des Unternehmens, wo es für zwei Tage stehenblieb. Dieser Vorgang erhöhte die geforderte Summe.

Erst nachdem die Frau 635 Euro beim Amtsgericht München hinterlegt hatte, um ein Zurückbehaltungsrecht des Abschleppdienstes abzuwenden, bekam sie ihr Auto zurück. Das Unternehmen wollte die Summe vor Gericht einklagen.

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