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Volkswagens Strategie

Die Last mit den „Dieselgate“-Klagen

Um in Deutschland an Kunden keine Schadenersatzzahlungen zu leisten, setzt Volkswagen gezielt auf Vergleiche. Foto: Hauke-Christian DittrichFOTO: Hauke-Christian Dittrich

Wolfsburg. Wer die jüngsten Auto-Verkaufszahlen ansieht, mussannehmen, dass VW im Geld schwimmt. Trotz „Dieselgate“ liefert derKonzern immer mehr Fahrzeuge aus. Die Kassen des Autoriesen, derallerdings auch den tiefgreifenden Wandel in der Branche hin zuE-Mobilität und Digitalisierung finanzieren muss, sind gut gefüllt.

Aber wären sie das auch, wenn Volkswagen seine Kunden in Europa wie
in den USA nach der Abgas-Affäre hätte entschädigen müssen? Über 25
Milliarden Euro nahm man dort in die Hand, um die juristischen Hürden
wegzuräumen. Und in Europa? Setzt VW hier ganz bewusst auf Vergleiche
mit klagenden Autobesitzern, wie Anwälte den Wolfsburgern vorwerfen?

Das Unternehmen macht klar, dass die Zahl der Vergleiche gemessen an
der Gesamtzahl der Verfahren gering sei. Ob sich der Konzern für
einen außergerichtlichen Vergleich entscheide, sei von
wirtschaftlichen Gesichtspunkten und jedem Einzelfall abhängig.

Christopher Rother, Anwalt der US-Kanzlei Hausfeld, sagt allerdings,
es sei deutlich, dass eine Absicht dahinterstecke. VW vergleiche sich
erst in der Berufungsinstanz, bevor das jeweilige Gericht die Chance
habe, eine Entscheidung zu fällen. Ende dieses Jahres verjähren
seinen Angaben zufolge Ansprüche, daher sieht Rother eine „sehr kluge
Prozessstrategie“. So werde eine abschließende gerichtliche Klärung
der Frage, ob VW als Hersteller schadenersatzpflichtig ist,
verhindert: „Die Strategie ist weitgehend aufgegangen.“

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