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Ein Sanitäter berichtet

Wenn Helfer im Notfall nicht durchkommen

Der Autor Jörg Nießen mit seinem Buch "Rettungsgasse ist kein Straßenname". Foto: Henning KaiserFOTO: Henning Kaiser

Erkelenz. Wenn Jörg Nießen Blaulicht und Martinshorn am Rettungswagen einschaltet, muss es meist schnell gehen. Dann sind etwa Autos zusammengekracht und Menschen verletzt worden. Nießen ist Rettungssanitäter und Feuerwehrmann in Köln.

Gerade bei Unfällen auf der Autobahn erlebt er immer wieder, dass Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse bilden und den Einsatz der Helfer behindern. In seinem Buch „Rettungsgasse ist kein Straßenname“ erzählt Nießen von seinen Erfahrungen. Die Geschichten haben zwar einen ernsten Hintergrund, sind aber humorvoll aufgeschrieben.

Ein bisschen Verständnis hat Nießen ja schon. Für die, die neugierig gucken zum Beispiel. „Neugierde ist in der Natur des Menschen“, sagt der Rheinländer. Klar wolle man wissen, was da vorne vor sich gehe und warum man im Stau steht. Doch Nießens Verständnis hört auf, wenn er dadurch von seiner Arbeit abgehalten wird. Denn bei einem Unfall können wenige Augenblicke über Leben und Tod entscheiden. Ist jemand schwer verletzt im Auto eingeklemmt und muss sofort versorgt werden? Oder hält das Opfer noch durch? Um das einschätzen zu können, müsse er erst einmal vor Ort sein, sagt der Notfallsanitäter. Daran denken viele nicht.

Dass Autofahrern zunehmend bewusst wird, wie wichtig eine Rettungsgasse im Notfall sein kann, den Eindruck hat Nießen schon. „Dass die Brücken mit Bannern und Hinweisen tapeziert sind, hilft wohl langsam.“ Dennoch: Über rücksichtslose Autofahrer ärgert er sich immer wieder.

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