ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Bei längerer Abwesenheit

Darf der Chef auf alle E-Mails zugreifen?

Greifen Arbeitgeber unerlaubt auf das Postfach ihrer Mitarbeiter zu, drohen hohe Geldbußen. Foto: Andrea WarneckeFOTO: Andrea Warnecke

Berlin. Nimmt ein Arbeitnehmer länger Urlaub oder Elternzeit, gibt es meist eine klare Vertretungsregelung. Kunden oder Geschäftspartner, die sich per E-Mail bei ihm melden, erhalten dann oft eine Abwesenheitsnotiz mit dem Verweis auf Ansprechpartner.

Doch was gilt, wenn ein Arbeitnehmer überraschend länger abwesend ist - etwa aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls - darf dann der Chef einfach auf sein Postfach zugreifen? „Auf E-Mails mit dienstlichem Bezug darf der Chef grundsätzlich zugreifen“, sagt Barbara Reinhard, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein.

Das bedeutet: Wenn sich nur berufliche Nachrichten im Postfach befinden, der Arbeitgeber also grundsätzlich private E-Mails im Büro verboten hat, darf er die E-Mails abrufen und bearbeiten. „Dann muss er den Arbeitnehmer in dem genannten Notfall auch gar nicht vorher informieren“, erklärt Reinhard.

Etwas anderes gilt, wenn der Chef private E-Mails in der Firma erlaubt hat - also private und berufliche Nachrichten ins Postfach einlaufen. „Dann dürfen der Arbeitgeber und Kollegen in der Regel nicht einfach auf das Postfach zugreifen“, sagt Reinhard.

top