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Kein Präsentismus

Warum niemand krank zur Arbeit gehen sollte

Das schlechte Gewissen treibt viele Beschäftigte ins Büro, auch wenn sie krank sind. Präsentismus wird dieses Phänomen genannt. Foto: Christin Klose/dpa-tmn FOTO: Christin Klose

Konstanz. „Das ist nur eine kleine Erkältung, deswegen muss ich ja nicht zu Hause bleiben“ oder „Ich komme nur für den halben Tag“: Viele Beschäftigte haben ein Problem damit, zu Hause zu bleiben, wenn sie krank sind.

Dieses Phänomen nennt sich Präsentismus. Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) in Konstanz erklärt, warum wir diese Angewohnheit schnellstens ablegen sollten - und wie das geht.

Woher kommt das schlechte Gewissen, wenn wir krank zu Hause bleiben?

Utz Niklas Walter: Das Problem ist: Die Leute glauben, dass sie dem Unternehmen etwas Gutes tun, wenn sie krank zur Arbeit kommen. Nach dem Motto: „Ich bin krank, kümmere mich aber trotzdem.“ Das hängt auch ein Stück weit damit zusammen, wie wir sozialisiert sind. Wenn wir krank auch für Familie oder Freunde da sind, wird das häufig als aufopferungsvoll und positiv ausgelegt. Das sollte man aber nicht auf das Arbeitsverhältnis übertragen. Ein weiterer Grund für das schlechte Gewissen, wenn man der Arbeit fernbleibt, ist die Angst, als faul wahrgenommen zu werden.

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