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Zwischen Löwen und Elefanten

Wie werde ich Tierpfleger/in?

Nadine Lang würde sich jederzeit wieder für die Ausbildung zur Tierpflegerin entscheiden. Foto: Daniel KarmannFOTO: Daniel Karmann

Nürnberg. Wenn Andrej Streichert und Nadine Lang am Morgen den Nürnberger Tiergarten betreten, führt ihr Arbeitsweg vorbei an Robben, Delfinen, Hirschen und Antilopen. Ihre Aufgaben an diesem Tag: misten, misten und noch einmal misten.

Dazu kommen füttern und Gehege kontrollieren – aber manchmal auch Tiere töten. „Der Job ist körperlich sehr anstrengend“, sagt Andrej Streichert, der vor einem Jahr mit der Ausbildung zum Tierpfleger begonnen hat. „Ich kann mir vorstellen, dass manche Leute es schwierig finden, den ganzen Tag Gehege sauber zu machen“, fügt seine Kollegin Nadine Lang hinzu.

Sie schreckt das nicht. Bevor sie vor einem Jahr ihre Ausbildung zur Tierpflegerin im Nürnberger Tiergarten begann, hatte sie bereits eine Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten in der Tasche, zahlreiche Praktika im Züricher Zoo und bei Forschungsprojekten in Afrika absolviert sowie für eine Gepardenschutzorganisation gearbeitet. Auch das Einschläfern gehörte da mitunter dazu. Genau wie im Tiergarten, wo man darüber hinaus auch Futtertiere wie Ratten mit Gas töten muss. „Aus ethischen Gründen“, erklärt Lang. Lebendige Futtertiere bedeuten zwar mehr Spaß für die Jäger, aber eben nicht für die Gejagten.

„Das ist der Spagat zwischen Tierschutz und Artenschutz“, erklärt Michael Rolfs vom Berufsverband der Zootierpfleger. Im Tiergarten gehe es vor allem um die Art, und nicht um das Individuum – einzelne Tiere können dann manchmal hinten anstehen. „Ich versuche, keine allzu starke Bindung aufzubauen“, erklärt Azubi Streichert seinen Umgang damit. Trotzdem sind Tierliebe und das Interesse an Tieren natürlich das A und O für die Arbeit im Zoo.

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