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„Invisible labor“

Die Unsichtbare Arbeit vieler Frauen im Alltag

Übernimmt einer sehr viel mehr Aufgaben als der andere, sollte man darüber reden. Vorwürfe helfen in der Regel aber nicht weiter. Foto: Christin KloseFOTO: Christin Klose

Berlin. Die fälligen Impfungen der Kinder im Blick behalten, Termine mit dem Babysitter absprechen, der Putzfrau Aufträge zuteilen und gleichzeitig recherchieren, welcher Handwerker sich um kaputte Rollläden kümmert.

In vielen Partnerschaften sind das trotz vermeintlicher Gleichberechtigung Aufgaben, die Frauen übernehmen - nebenher, versteht sich. Das Nervige daran: Oft passiert diese Art der Arbeit für den Rest der Familie unsichtbar, frisst aber Zeit und Nerven. „Invisible labor“ heißt dieses Phänomen deshalb im englischsprachigen Raum - oder auch „emotional labor“, weil Frauen oft die Rolle der Kümmerin innehaben, auch wenn es sicherlich Männer gibt, die es in ihren Beziehungen genau umgekehrt erleben.

Die US-Autorin Gemma Hartley hat ihrem Frust in einem „Harpers Bazaar“-Artikel Luft gemacht. Er wurde tausendfach in sozialen Medien geteilt, daraufhin war Hartley zu Gast im Podcast „Dear Sugars“ , der auch über die USA hinaus bekannt ist.

Hartley bringt das Problem so auf den Punkt: „Es geht nicht nur darum, irgendeinen Handwerker zu bestellen, der die zerbrochene Scheibe repariert. Es ist die Zeit und Energie, die es kostet, den Handwerker ausfindig zu machen, der die Scheibe repariert.“ Den Hirnschmalz, den sie für diese Suche braucht - das ist es, was sie erschöpft und ärgerlich macht. Vor allem, weil ihrem Mann gar nicht so einfach begreiflich zu machen ist, worum es ihr geht. Wer darüber redet, klingt schnell wie eine Nervensäge, die sich wegen Kleinigkeiten aufregt.

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