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Spiel' ruhig noch ein bisschen

Weniger Fünfjährige in den Schulen

Vor allem in Nordrhein-Westfalen, Berlin, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg hat der Anteil der Fünjährigen, die sich einschulen lassen, abgenommen. Foto: Peter GerckeFOTO: Peter Gercke

Berlin. Länger im Kindergarten bleiben oder doch lieber so früh wie möglich in die Schule? In dieser Frage deutet sich eine Trendwende an: In mehreren Bundesländern gibt es immer weniger Schüler, die sehr jung in die erste Klasse kommen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt.

Experten machen dafür nicht nur veränderte politische Weichenstellungen verantwortlich, sondern auch ein Umdenken der Eltern. Eine Rolle spielt demnach auch ein neuer Blick auf Kitas, die inzwischen immer stärker als Bildungseinrichtungen wahrgenommen werden - und nicht mehr lediglich als Orte, an denen die Kinder spielen können.

Beispiel Nordrhein-Westfalen: Im vergangenen Schuljahr wurden in dem bevölkerungsreichsten Bundesland 3896 Kinder eingeschult, die erst nach dem Stichtag 30. September sechs Jahre alt wurden (insgesamt 159 805 Eingeschulte). 2016 waren noch rund 750 Kinder mehr mit fünf Jahren in die Schule gekommen - bei einer fast identischen Zahl an Gesamtanmeldungen. „Es hat ein gesellschaftliches Umdenken stattgefunden“, sagt Anne Deimel vom NRW-Landesverband Bildung und Erziehung (VBE). „Man sollte Kindern und Jugendlichen die nötige Zeit geben.“ Früher sei es in der Bildung mehr um Schnelligkeit gegangen.

Besonders deutlich zeigt sich eine Trendumkehr im Vergleich zu früheren Jahren auch in Berlin, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. In Sachsen-Anhalt starteten im August vergangenen Jahres 190 Jungen und Mädchen mit fünf Jahren ihre Schullaufbahnen, wie das dortige Bildungsministerium mitteilt. Zum Schuljahr 2005/2006 waren es fast 600 Kinder und damit knapp dreimal so viele. In Baden-Württemberg werden rund zwei Prozent der Kinder früher eingeschult als im Südwesten regulär vorgesehen. Damit liegt der Anteil deutlich niedriger als früher, noch im Schuljahr 2004/05 lag der Anteil der vorzeitig eingeschulten Erstklässler dort bei fast zwölf Prozent.

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