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Schreiben nach Gehör

Wer ist schuld am Rechtschreibnotstand?

Viele Eltern und Lehrer bemängeln das schlechte Rechtschreibniveau von Schülern. Die Lesen-durch-Schreiben-Methode ist jedoch nicht die einzige Ursache für das Dilemma. Foto: Jens Kalaene FOTO: Jens Kalaene

Düsseldorf. „Fata“, „Hunt“ und „Mama, ich hap dich lip“ - wenn Grundschüler so drauflos schreiben, dann kocht bei vielen Eltern die Wut hoch. „Lesen durch Schreiben“ heißt die Methode, die allgemein zum Sündenbock für das sinkende Rechtschreibniveau geworden ist.

Das umstrittene Konzept des Schweizer Reformpädagogen Jürgen Reichen (1939-2009) aus den 1980er Jahren steht inzwischen in vielen Bundesländern auf dem Index. Jahrelang sollten ABC-Schützen nach dieser Methode anfangs nach Gehör schreiben, ohne von Lehrern oder Eltern korrigiert zu werden.

Kürzlich verordnete auch Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Grundschullehrern eine neue Handreichung, die die wilden Anfangsschreibversuche der Schüler wieder einfangen soll. „Die Regeln der deutschen Rechtschreibung können und müssen von der ersten Klasse an gelernt werden“, erklärte Gebauer. Mehr als jeder fünfte Viertklässler in Deutschland erfüllt bei Rechtschreibung laut einer Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) die Mindeststandards nicht.

Reichen-Methode kommt selten zum Einsatz

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