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Kampf gegen Infektionen

90 Jahre Antibiotika - eine Wunderwaffe wird schwächer

Viele Krankenhauskeime weisen inzwischen Mehrfachresistenzen gegenüber Antibiotika auf. Foto: Armin WeigelFOTO: Armin Weigel

Genf. Krebstherapien, Kniegelenkersatz, eine neue Niere - was für Millionen Patienten weltweit selbstverständlich scheint, wäre ohne die Entdeckung von Antibiotika vor 90 Jahren weitaus riskanter.

Mit solchen Substanzen werden lebensgefährliche Bakterien, die sich bei Eingriffen verbreiten können, in Schach gehalten. „Zweifellos eine der wichtigsten Entdeckungen der Medizingeschichte“, sagt Marc Sprenger von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf.

Seit einigen Jahren aber schlagen Gesundheitsexperten Alarm, weil die Waffe gegen tödliche Infektionen stumpf zu werden droht. Die Zahl der Resistenzen gegen Antibiotika wächst rasant, viele Bakterien lassen sich nicht mehr kleinkriegen - und Schuld daran ist zum großen Teil der Mensch selbst. Was passiert, wenn die Länder das Problem nicht bald in den Griff bekommen?

„Im schlimmsten Fall sterben Menschen wieder an einfachen Infektionen etwa der Blase oder an Lungenentzündung oder Sepsis, weil die Medikamente nicht wirken“, sagt Sprenger, der die WHO-Abteilung für den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen leitet. In der EU sind nach einer Expertenschätzung schon vor zehn Jahren 25.000 Menschen im Jahr an einer Infektion mit Bakterien gestorben, die gegen die eingesetzten Antibiotika resistent waren.

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