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Lebenslange Folgen

Alkohol ist Gift für ungeborene Babys

Schwangere, die Alkohol trinken, riskieren beim Kind bleibende Schäden. Vor allem auf das Gehirn des Kindes kann sich Alkoholkonsum fatal auswirken. Foto: Maurizio GambariniFOTO: Maurizio Gambarini

Berlin. „Schwanger. Natürlich ohne Alkohol“ steht auf dem Plakat mit dem kugelrunden Babybauch, den die Mutter zärtlich umfasst. „Mein Kind will keinen Alkohol“ lautet der Titel einer anderen Aufklärungskampagne.

Lange war der Irrglaube verbreitet, dass in der Schwangerschaft ein Schluck Sekt oder ein Glas Wein ab und an dem Ungeborenen nichts ausmacht. Dabei dringt jeder Tropfen des Zellgifts durch die Plazenta zum Kind und kann seine Organe beeinträchtigen, besonders das Gehirn. Nach Schätzungen kommen pro Jahr etwa 10.000 Babys mit einer unheilbaren Fetalen Alkoholspektrum-Störung (FASD) zur Welt. Der Tag des alkoholgeschädigten Kindes am 9. September soll auf ihr Schicksal aufmerksam machen.

Einige Mütter sind alkohol- oder drogenabhängig, andere wissen nicht, dass sie schwanger sind, und machen noch monatelang am Wochenende Party. Zwischen der dritten und zwölften Schwangerschaftswoche werden die Organe des Babys im Mutterleib angelegt und können durch Alkohol bleibend geschädigt werden. „Das Gehirn ist während der gesamten neun Monate empfindlich“, sagt Andrea Benjamins, die im Sozialpädiatrischen Zentrum Hannover kleine Patienten betreut, die im Bauch ihrer Mütter einen Vollrausch erleben mussten. Schwangere sollten komplett auf Alkohol, Drogen und bestimmte Medikamente verzichten, betont die Kinderärztin.

Einige Kinder mit FASD leben in Pflegefamilien oder Heimen. „Sie sind schnell überfordert, aggressiv und vergessen viel“, sagt Psychologe Klaus ter Horst vom Eylarduswerk in der Grafschaft Bentheim. Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung betreut derzeit rund 40 Mädchen und Jungen mit der Störung, die zu verhindern gewesen wäre, wenn die Mütter auf Alkohol während der Schwangerschaft verzichtet hätten.

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