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Gefährlicher Sommer

Krebsraten steigen ungebremst

Sonnencreme beugt Hautkrebs vor. „Ein Irrglaube“, warnt der Tübinger Hautkrebsexperte Garbe. Die Haut könne durch Sonnenschutzmittel nicht komplett vor Hautkrebs geschützt werden. Foto: Stephanie PilickFOTO: Stephanie Pilick

Stuttgart. Lichtschutzfaktor 50, ordentlich Sonnencreme schützt ja vor Hautkrebs - gerade in diesem Supersommer mit Sonne satt seit April. „Ein Irrglaube“, warnt der Tübinger Hautkrebsexperte Claus Garbe.

Es sei nicht so, dass die Haut durch Sonnenschutzmittel komplett vor Hautkrebs geschützt werden könne. „Vor Sonnenbrand ja, vor Hautkrebs nicht.“ Schon sehr niedrige Dosen UV-Strahlung verursachten Veränderungen des Erbguts in der Haut, die das Krebsrisiko vergrößern können. „Sobald die Haut braun wird, sind schon Mutationen ausgelöst.“

Garbe, Mediziner an der Eberhard Karls Universität Tübingen, ist Tagungspräsident des Deutschen Hautkrebskongresses , der am Donnerstag (13. September) in Stuttgart beginnt. Der Professor berichtet vom „überraschenden Resultat“ einer Studie mit rund 1800 Kindergartenkindern, nach der Sonnenschutzmittel keinen Effekt auf die Entwicklung von Hautmutationen hatten. Schutz durch Kleidung dagegen habe einen deutlichen Unterschied ausgemacht.

Solange die Menschen das ausgiebige Sonnenbaden nicht sein ließen, solange braun sein „in“ sei, stiegen die Hautkrebsraten wohl weiter, sagt der Mediziner, und das ungebremst. Bis 2030 werde eine Verdoppelung bei der Zahl der Neuerkrankungen erwartet. Dann gibt es in Deutschland so viele neue Fälle von Hautkrebs im Jahr wie bei allen anderen Krebsarten zusammen, wie Garbe sagt. Er sieht ein Plateau frühestens 2050.

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