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Es geht um die Wurst

Sollten wir mehr über Stuhlgang reden?

Der Darm ist in unserer Gesellschaft leider ein Tabuthema. Dabei können Darmprobleme Auswirkungen auf den ganzen Körper haben. Foto: Monique WüstenhagenFOTO: Monique Wüstenhagen

Berlin. Dreimal niesen oder röcheln bei der Arbeit reicht oft schon - und die Kollegen geben jede Menge Tipps: Welcher Tee lindert Schmerzen, welches Medikament oder Hausmittel hilft, wovon die Finger lassen, welchen Arzt konsultieren.

Doch wer würde im Büro um Rat bitten, wenn es am After juckt oder der Stuhl tagelang breiig ist? Über den Darm und das, was ihn verlässt, wird kaum gesprochen. „Der Darm ist in unserer Gesellschaft leider ein Tabuthema“, sagt Christian Trautwein von der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) .

„Das liegt sicher daran, dass er in Verbindung mit dem Stuhlgang ein schmutziges Image hat. Es hat viel mit Ästhetik zu tun.“ Im Alter könnten viele Patienten den Analbereich nicht mehr ausreichend kontrollieren. Die Suche nach einer nahen Toilette werde manchmal zur Qual, die Hose bleibe nicht immer trocken. „Da spricht man nicht gerne drüber“, so Trautwein.

Dabei spiegele der Darm viele Faktoren der Umwelt wider: Selbst psychische Erkrankungen könnten sich auf ihn auswirken. „Im Bauchraum finden sich fast so viele Nervenfasern wie im Hirn, daher spricht mach auch vom Bauchhirn“, sagt der Mediziner vom Uniklinikum Aachen.

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