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Näher am Verbraucher

Sind Stadtfarmen ein Zukunftsmodell?

Ein Gewächshaus mit der Aufschrift „Stadtfarm“ steht hinter einer Schafweide im Landschaftspark Herzberge. Foto: Soeren Stache/zb/dpa FOTO: Soeren Stache

Berlin. Wie verlassene Festzelte ragen die drei Gewächshäuser mit der Aufschrift „Stadt-Farm“ zwischen den Bäumen hervor. Durch die staubigen Fenster der in die Jahre gekommenen Fassaden sieht man nicht, dass hier, mitten im Berliner Stadtteil Lichtenberg, auf 3000 Quadratmetern ein neuartiges Modell für die Landwirtschaft erprobt wird.

Das Prinzip ist schnell erklärt: 16.000 Zuchtfische in acht Wasserbecken produzieren Ausscheidungen, die von Bakterien in Nährstoffe umgewandelt und für den Gemüseanbau verwendet werden.

Die Pflanzen nehmen die Nährstoffe auf, das Wasser fließt gereinigt zu den Fischen zurück. Aquaponik nennt sich der Kreislauf, der auch in anderen deutschen Großstädten wie Hamburg, Nürnberg und Dortmund betrieben wird.

Kartoffeln, Gurken und andere Feldfrüchte kosten im Anbau und im Transport wertvolle Ressourcen und erzeugen Schadstoffe. Im Jahr 2017 gingen allein 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs und 30 Prozent der weltweiten Treibhausemissionen auf das Konto der Landwirtschaft, sagt das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation. Zugleich versorgt die Landwirtschaft täglich 26 Millionen Menschen, die hierzulande laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2016 in der Großstadt lebten. Die Konsequenz daraus ist für die Gründer der Stadtfarm eindeutig: Die Landwirtschaft muss vom Land in die Stadt ziehen.

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