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Das unberechenbare Watt

Priel vor Neuwerk stoppt immer öfter Kutschfahrten

Pferdekutschen nach Neuwerk müssen immer öfter vor dem Duhner Loch umdrehen, weil der Priel nicht passierbar ist. Foto: Mohssen Assanimoghaddam FOTO: Mohssen Assanimoghaddam

Cuxhaven/Neuwerk. Eine Fahrt mit der Pferdekutsche übers Wattenmeer zur Insel Neuwerk ist für viele Nordseeurlauber ein Muss. Etwa zehn bis zwölf Kilometer lang ist die Strecke von Cuxhaven aus. Doch mittlerweile bleibt den Touristen dieses Erlebnis öfter verwehrt.

Das sogenannte Duhner Loch, ein Priel, verhindert den Inseltrip. Der Wasserlauf verbindet die Weser mit der Elbmündung. Bei Niedrigwasser ist er eigentlich für Wanderer, Wattwagen und Traktoren zur Versorgung der Insel passierbar. „Im letzten Jahr mussten wir 30 Mal am Priel umdrehen“, erzählt Kai Stelling, der Wattwagenfahrten zwischen Festland und Insel anbietet.

Dabei fahre er mit seinen Pferdewagen eh nur dann raus, wenn er sich informiert habe, dass der Priel niedrig genug ist. Doch der sei unberechenbar geworden. Wenn der 54-Jährige das im Wasser an einem Pfahl angebrachte Querbrett nicht mehr sieht, weiß er: Der Wasserstand ist höher als 1,30 Meter, damit ist der Priel unpassierbar. Zu gefährlich wäre die Durchfahrt für Tiere und Passagiere.

Auch am 18. August 2018 konnte Stelling den Priel nicht passieren. „Das Datum werde ich nicht vergessen.“ Mit 20 Pferdekutschen musste er auf Neuwerk bleiben, weil der Wasserlauf den Rückweg versperrte. „Das war nicht vorherzusehen.“ Einige Touristen übernachteten auf der Insel, andere wurden mit einem außer der Reihe eingesetzten Schiff abgeholt. Am nächsten Tag standen die Betroffenen vor seiner Tür und wollten von ihm das Geld für die Schifffahrt zurückhaben.

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