ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
„Permanente Erstickungsangst“

Kritik an Qualzuchten bei Haustieren

Möpse mit kurzer Schnauze und Glubschaugen sind beliebt. Doch das Leid der Tiere durch extreme Zucht ist groß. Foto: Fredrik von Erichsen FOTO: Fredrik von Erichsen

Magdeburg. Der Tierschutzbeauftragte Sachsen-Anhalts, Marco König, kritisiert einen Trend zu extremen Zuchtformen bei Haustieren. Bekanntes Beispiel seien Möpse, die auf eine sehr kurze Schnauze gezüchtet würden.

„Das hat in den letzten Jahren stark zugenommen, weil solche Hunde verstärkt in Kinofilmen und in der Werbung gezeigt werden“, sagte König der Deutschen Presse-Agentur. Es sei ein Trend, Tiere nach Schönheitsidealen von Menschen zu züchten - ohne Rücksicht darauf, was man den Tieren damit antue. „Es ist nachgewiesen, dass diese Hunde zum normalen Atmen die vierfache Anstrengung eines normalen Hundes brauchen.“

Der gesamte Schädel- und Kopfbereich sei bei diesen Tieren verkürzt. „Die luftführenden Wege werden verengt, der ganze Kopf ist so klein, dass der Gaumen gar nicht mehr reinpasst“, erläuterte der Tierschutzbeauftragte. Dadurch komme es auch zu den typischen Schnarch-Geräuschen, die Möpse machten. „Diese Hunde leben mit permanenter Erstickungsangst.“ Sobald sie sich überanstrengten, würden sie bewusstlos und fielen um. „Das sieht aus wie ein epileptischer Anfall“, sagte König.

Er verwies darauf, dass solche Zuchtformen eigentlich nicht erlaubt sind. „Es gibt einen Qualzucht-Paragrafen im Tierschutzrecht.“ Dort sei festgelegt, dass Tiere nicht so gezüchtet werden dürfen, dass ihre Nachkommen Schäden erleiden, sagte König. Die Zuchtverbände hätten darauf auch reagiert. Allerdings seien viele Züchter dort nicht organisiert. „Die züchten einfach drauflos.“

top