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Summen adé?

Warum uns Wespen noch im Herbst begleiten werden

Bei Regen gehen Wespen eher selten auf Nahrungssuche. Nach dem Regen sind sie jedoch wieder zahlreich unterwegs. Foto: Julian StratenschulteFOTO: Julian Stratenschulte

Berlin. Hohe Temperaturen und wochenlange Trockenheit haben Wespen in diesem Sommer prächtige Bedingungen beschert. Nun wird es allmählich zwar feuchter und kühler in Deutschland, die Wespenzeit sei aber noch längst nicht vorbei, betonen Experten.

„Die Gemeine Wespe kann durchaus noch einige Monate aktiv sein“, sagt Melanie von Orlow, Biologin beim Naturschutzbund (Nabu). „Im September muss man auf jeden Fall noch damit rechnen, dass sie einen draußen beim Essen umschwirrt.“ Letztlich hänge die Aktivität von Wespen vom Wetter ab - so lange es einigermaßen warm sei, müsse man mit den Insekten rechnen.

Wer nun hofft, dass sich die Lästlinge bis Oktober verabschieden, wird enttäuscht. „Dann lockt das süße Fallobst“, erklärt von Orlow. Allerdings: Von einer Plage dürfte dann keine Rede mehr sein. „So stark wie im Spätsommer tauchen sie im Herbst nicht mehr auf“, schränkt Jenifer Calvi von der Deutschen Wildtier Stiftung ein. „Dann kann man sein Picknick in der Herbstsonne schon wieder deutlich mehr genießen.“

Selbst im November und Anfang Dezember könne man Wespen theoretisch noch begegnen, sagt von Orlow. Das passiere aber äußerst selten. „Wenn es kälter wird, suchen die Jungköniginnen ein vor Kälte und Feuchtigkeit geschütztes Versteck, wo sie überwintern können“, erklärt Mark Frenzel vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Halle. „Das könnten zum Beispiel kleine Hohlräume unter den Rinden morscher Bäume sein.“ Auf der Suche könne sich eine Königin in seltenen Fällen aber auch in Wohnungen oder andere geschlossene Räume verirren.

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