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Filmfestival Cottbus 2018 – Kino aus Osteuropa

Ein Regentropfen ist nicht teilbar

Der Film „Grenzen, Regentropfen“ kreist um drei Generationen einer Familie, die in einem Bergdorf in Bosnien und Herzegowina lebt. FOTO: Balkan Kino

Cottbus. „Grenzen, Regentropfen“ von Nikola Mijović und Vlastimir Sudar wirft einen Blick auf die Auswirkungen von nationalen Grenzen auf die Menschen in der Balkanregion. Die übergeordnete Frage im Film: (Wie) Kann man wieder zusammenfinden?

Ein Bergpanorama im Sommer so weit das Auge reicht, am Horizont ist das Meer erahnen, im Vordergrund eine junge Frau im Sommerkleid, die in jede Richtung Fotos macht – diese Szene könnte in eine Romanze passen. Doch dann sagt die ältere Begleiterin der jungen Frau: „Fotografier nicht da rüber, das sind die kroatischen Berge.“ Sie deutet in die entgegengesetzte Richtung: „Hier, das sind schöne Berge.“ Die junge Frau lacht – und knipst weiter. Die Szene ist exemplarisch für den Film „Grenzen, Regentropfen“ von Nikola Mijović und Vlastimir Sudar, der im Rahmen des Cottbuser Filmfestivals am Dienstagabend in der Kammerbühne gezeigt wurde.

Der Film kreist um drei Generationen einer Familie, die in einem Bergdorf in Bosnien und Herzegowina an der Grenze zu Kroatien irgendwann nach dem Jugoslawienkrieg lebt. Jagoda (Kristina Stevović), Philosophiestudentin aus Montenegro, besucht die Familie ihrer Cousins. In der ersten Hälfte des Films steht der Enddreißiger Zdravko (Vahidin Prelić) im Mittelpunkt, der nie geheiratet hat, weil alle gleichaltrigen Dorfbewohnerinnen die Region verlassen haben. Im zweiten Teil des Films folgt die Kamera dem zwölfjährigen Luka (Nedjeljko Neno Milović), der bei den gemeinsamen Großeltern aufwächst. Seine Mutter ist tot, der Vater arbeitet in Amerika und ruft nur zu Zeiten an, wenn Luka schläft. Jagoda knüpft zarte Banden zu beiden Cousins und verbindet beide Geschichten miteinander.

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