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Hintergrund

30 Jahre Krieg in Deutschland

Mit dem Prager Fenstersturz fing alles ab. Zwar wurde keiner der Gestürzten ernstlich verletzt, dennoch folgte ein jahrzentelanges Gemetzel, das am Ende nur Verlierer kannte. FOTO: dpa / epa Filip Singer

Vor 400 Jahren begann ein Konflikt, der sich zum Dreißigjährigen Krieg auswuchs. Millionen Menschen starben. Weite Teile Deutschlands wurden verwüstet.

Münster/Osnabrück Zitternd drängen sich Vater und Mutter Friese mit ihren Kindern auf dem Dachboden zusammen. Sie stehen Todesangst aus. Gestern noch war ihre Welt in Ordnung. Da lebten sie als wohlhabende Bürger in einer der bedeutendsten deutschen Städte, größer als Berlin, größer als München: Magdeburg. Aber an diesem Morgen des 20. Mai 1631 sind feindliche Soldaten in die Stadt eingedrungen – sie plündern, brandschatzen und morden.

Jetzt kauern die Frieses auf dem Speicher. Vielleicht werden die Totschläger sie hier oben nicht finden? Aber da – plötzlich steht einer in der Tür, in der Hand einen Spitzhammer. Sofort geht er auf den Vater los. Mutter und Kinder schreien panisch. Ist das das Ende?

Da tritt der jüngste Sohn auf den Soldaten zu, der kleine Christian, der erst vor Kurzem laufen und sprechen gelernt hat. „Ach, lasst doch nur den Vater leben!“, bittet er. „Ich will euch gerne meinen Dreier, den ich den Sonntag bekommen, geben.“ In modernem Deutsch: „Bitte lassen Sie meinen Papa leben! Ich gebe Ihnen auch das Taschengeld, das ich Sonntag bekommen habe.“

(dpa)
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