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Kaiser Ferdinand II.: Der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Ferdinand II. (1578 bis 1637), war im persönlichen Umgang freundlich. Als seine Diener einmal seine Pantoffeln nicht finden konnten, nahm er es locker und lief barfuß herum: „Ist doch kein kaltes Wetter.“ Er war jedoch ein religiöser Eiferer. Auf dem Höhepunkt seines militärischen Erfolgs befahl er 1629, alle seit der Reformation in protestantische Hand gelangten Kirchengüter an die Katholiken zurückzugeben. Mit diesem Restitutionsedikt war die Fortsetzung des Krieges vorprogrammiert.

König Gustav Adolf von Schweden: Ferdinands Edikt führte direkt zur Intervention des schwedischen Königs Gustav II. Adolf (1594 bis 1632). Der charismatische Mittdreißiger beteuerte, dass es ihm dabei nur um seine protestantischen Glaubensbrüder gehe. Doch in Wahrheit wollte er sich auch die deutsche Ostseeküste sichern, um Schwedens Machtstellung im Baltikum zu stärken. Sein Feldzug verselbstständigte sich, als der militärisch versierte König überraschend immer größere Teile Deutschlands bis hin nach München eroberte. Dabei verwüsteten seine Truppen ganze Regionen und tyrannisierten die Zivilbevölkerung.

Kardinal Richelieu: Nach dem Tod Gustav Adolfs in der Schlacht von Lützen und einer schweren Niederlage der Schweden in der Schlacht bei Nördlingen hätte der Krieg 1635 mit dem Frieden von Prag beigelegt werden können. Doch nun griff der französische Regierungschef ein, der katholische Kardinal Richelieu (1585 bis 1642) – und zwar auf der Seite der Protestanten. Dem Strippenzieher in Purpur ging es darum, die in Wien und Madrid regierenden Habsburger zu schwächen, damit Frankreich zur führenden Großmacht aufsteigen konnte. Dadurch zog sich der Krieg letztlich bis 1648 hin.

(dpa)
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